Adiponektin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. November 2016
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Adiponektin, ein bei Mensch und Tier im Fettgewebe gebildetes Hormon, wirkt sich nur dann günstig auf die Gesundheit aus, wenn es im Blutspiegel in normaler Konzentration vorhanden ist. Ein erhöhter Wert im Blutspiegel lässt sich insbesondere bei Menschen mit Übergewicht und adipösen Patienten feststellen. Sie haben ein erhöhtes Risiko, eine metabolische Erkrankung zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Adiponektin?

Adiponektin hat die Gennamen GBP-28, AdipoQ und Acrp30 und gehört zu den Adipokinen (Fettgewebshormonen). Der Körper bildet es mithilfe des Gens APMI auf dem Chromosom 3q27. Die Produktion von Adiponektin erfolgt immer dann, wenn die Fettzellen nur gering gefüllt sind.

Das aus 247 Aminosäuren aufgebaute Gewebshormon hat eine Kollagen artige Struktur und ist für die Regulation des Zucker und Fettstoffwechsels zuständig. Bestimmte Erkrankungen wie die chronische Insulin-Regulationsstörung, die mit einem dauerhaft erhöhten Insulinspiegel einhergeht, sorgen dafür, dass im Fettgewebe weniger Adiponektin produziert wird.

Mithilfe von Adiponektin Verabreichungen kann der Abbau von Fettgewebe beschleunigt werden - eine Methode, die in Zukunft abnehmwilligen Patienten hilfreich sein könnte. Bei Personen mit normalen Adiponektin Werten beträgt sein Anteil an den insgesamt im Blutserum vorhandenen Proteinen lediglich 0,01 Prozent. Die Adiponektin Konzentration im Blut wird mithilfe des ELISA Verfahrens bestimmt.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Adiponektin reguliert zusammen mit Leptin, Insulin und anderen Hormonen den Glucosestoffwechsel. Es verändert die Wirkung von Insulin auf die Fettzellen. Daher wird es auch als Immun-Modulator bezeichnet. Ist der Adiponektin Gehalt im Blut niedrig, ist die Wirkung von Insulin ebenfalls abgeschwächt.

Da übergewichtige Menschen und Insulin resistente Patienten einen niedrigen Adiponektin Spiegel haben, ist ihr Risiko, einen Diabetes Typ-2 zu bekommen, deutlich höher als das von Personen mit Normalgewicht. Adiponektin wirkt an den Rezeptoren AdipoR1 und AdipoR2. AdipoR1 befindet sich in den Skelettmuskeln, AdipoR2 im Lebergewebe. Bei Menschen mit einem normalen Adiponektin Spiegel im Blutserum erhöht das Hormon die Empfindlichkeit gegenüber Insulin und wirkt einer Insulinresistenz entgegen. Es wird vermehrt ausgeschüttet, wenn der Insulinspiegel kurzfristig ansteigt und fördert die Fetteinlagerung in die Fettzellen.

Als Antagonist der im Bauchfettgewebe hergestellten entzündungsfördernden Hormone hat das Adiponektin eine anti-inflammatorische (entzündungshemmende) Wirkung. Daher haben Personen mit einem normalen Adiponektin Spiegel auch ein geringes Risiko, eine Arteriosklerose zu bekommen. Bei Menschen mit Adipositas, die noch zusätzlich an einer koronaren Herzerkrankung leiden, bewirkt der zu niedrige Spiegel jedoch eine noch größere Schädigung des Gefäßsystems. Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, dass Tiere mit einer zu niedrigen Konzentration an Adiponektin im Blut, häufiger an einer Blutvergiftung starben als Tiere mit normalen Adiponektin Blutwerten.

Zusätzliche Gaben des Gewebshormons hingegen reduzierten dieses Risiko drastisch. Außerdem hemmt es die Neubildung von Zucker (Glucose) in der Leber, regt die Oxidation der Fettsäuren in der Leber an, stimuliert die Glucose Aufnahme in den Muskel und bewirkt die Bildung von Insulin.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Adiponektin wird in den Adipozyten (Fettzellen) des Körpers gebildet. Ihre Produktion wird jedoch nur dann angeregt, wenn die Adiponektin Konzentration im Blutserum zu niedrig ist. Adiponektin hat wie das andere im Fettgewebe hergestellte Hormon Leptin einen Einfluss auf den Glucose und Lipid-Stoffwechsel.

Ist es in ausreichender Menge im Blut vorhanden, hemmt es entzündliche Prozesse im Körper wie beispielsweise an den Gefäßwänden und Zellmembranen. Menschen mit einem normalen Adiponektin Spiegel haben ein geringeres Risiko, am Typ-2 Diabetes zu erkranken. So gehen Wissenschaftler mittlerweile davon aus, dass der Arzt in Zukunft anhand des Adiponektin Blutspiegels eine Aussage darüber treffen kann, ob der betreffende Patient ein erhöhtes Diabetes Risiko hat oder nicht. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass Patienten mit einer genetischen Variante des Hormons ein signifikant höheres Risiko haben, Diabetes mellitus zu bekommen als solche mit "normalem" Adiponektin.

In neuesten klinischen Studien gelang es, mit der Verabreichung bestimmter Medikamente den Adiponektin Gehalt im Blut zu erhöhen. Eine andere Möglichkeit, den Blutspiegel zu normalisieren, besteht nach Ansicht der Mediziner darin, das Übergewicht abzubauen und die Ernährungsweise zu ändern.

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Krankheiten & Störungen

Ein krankhaft niedriger Adiponektin Spiegel im Blut bewirkt, dass der Körper die im adipösen Gewebe gespeicherten Fettsäuren nur unzureichend nutzt. Menschen mit Adipositas haben nicht nur dauerhaft (zu) niedrige Adiponektin Blutwerte, sondern zugleich auch erhöhte Leptin-Werte.

Leptin ist das andere Hormon, das im Fettgewebe produziert wird. Es sorgt normalerweise für eine Hemmung des Appetits. Da die Adipositas jedoch diese positive Wirkung des Leptins blockiert, kommt es zur Ausbildung einer Insulin-Resistenz. Die zu hohe Leptin-Konzentration führt zu oxidativem Stress und daher zu erhöhten Entzündungsparametern. Menschen mit dieser Dysfunktion leben mit dem größeren Risiko, später an Diabetes Typ-2, Arterienverkalkung (Arteriosklerose), koronaren Herzkrankheiten und Herzinfarkt zu erkranken. In ihrem Blut lassen sich zu hohe Triglycerid-Werte und zu niedrige HDL-Cholesterin Werte feststellen.

Auch der Gesamt-Cholesterinwert ist mehr oder weniger stark erhöht. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen Mediziner, das Gewicht (und damit vor allem das Fettgewebe) deutlich zu reduzieren. Viel Bewegung an frischer Luft verringert bei Menschen mit Diabetes über den Adiponektin Gehalt die Resistenz gegen Insulin. Ein zu hoher Adiponektinspiegel im Blut kann jedoch bei weiblichen Patienten das Demenz Risiko erhöhen. Die übermäßig starke Adiponektin Ausschüttung kann außerdem das Entstehen einer Leberzirrhose begünstigen.

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