Acne aestivalis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 27. März 2017
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Unter der Acne aestivalis wird eine Sonderform der Lichtdermatose verstanden. Sie ist auch als Sommer-Akne oder Mallorca-Akne bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Acne aestivalis?

Die Acne aestivalis stellt eine Sonderform der polymorphen Dermatose (Sonnenallergie) dar. Sie trägt zudem die Bezeichnungen Mallorca-Akne oder Sommer-Akne. Gemeint ist damit eine Erkrankung an den Haut-Talgdrüsenfollikeln. Bei diesem genetisch prädisponierten akneiformen Leiden bilden sich Pusteln und Knötchen an Hautstellen, die der Sonnenstrahlung ausgesetzt sind.

Die Bezeichnung Acne aestivalis ist auf den dänischen Hautarzt Nils Hjorth zurückzuführen, von dem das Krankheitsbild im Jahr 1972 zum ersten Mal beschrieben wurde. Besonders betroffen von der Mallorca-Akne, die weder etwas mit Akne noch mit der Insel Mallorca zu tun hat, sind Urlaubsreisende, die sich nach längerer Sonnenabstinenz wieder UV-Strahlung aussetzen.

Dies geschah zunächst vorwiegend auf Mallorca, als es als Urlaubsziel für deutsche Touristen an Bedeutung gewann, wodurch der Begriff „Mallorca-Akne“ entstand. Grundsätzlich kann die Acne aestivalis jedoch an jedem sonnigen Ort auf der Welt auftreten. Besonders häufig zeigt sich das Hautproblem bei jüngeren Frauen.

Ursachen

Bei der Acne aestivalis handelt es sich um eine besondere Sonnenallergie-Form, die von Medizinern als polymorphe Dermatose bezeichnet wird. Sie zeigt sich bei Menschen, bei denen eine Veranlagung zu unreiner beziehungsweise fettiger Haut oder Akne besteht. Verursacht wird die Acne aestivalis durch ein Übermaß an Hautfeuchtigkeit, durch die es zur Verstopfung der Poren kommt.

Hautärzte vermuten, dass Kosmetika, die Emulgatoren und Fette enthalten, eine spezielle Rolle spielen. So kommen diese Substanzen auch in Produkten vor, die zum Schutz vor der Sonne dienen. Halten sich die betroffenen Personen für längere Zeit in der Sonne auf, indem sie zum Beispiel ein Sonnenbad nehmen und dabei auf Sonnenschutzprodukte oder Kosmetika zurückgreifen, die reich an Fetten sind, führt dies zur Entstehung der Acne aestivalis.

Von den UV-Strahlen werden sogenannte freie Radikale gebildet. Diese Substanzen gehen Verbindungen mit anderen Stoffen ein. Treffen sie auf der Haut auf kosmetische Inhaltsstoffe wie Fettsäuren, bilden sich daraus Stoffe, die das Gewebe schädigen. Ist die betroffene Person entsprechend veranlagt, kommt es an den Haarfollikeln zu Entzündungen, die sich durch Beschwerden bemerkbar machen, die für die Acne aestivalis typisch sind.

Mitunter bilden sich die schädlichen Stoffe auch aus körpereigenen Talgfetten aufgrund einer Reaktion mit Sonnenstrahlung. Als besonders gefährdet gelten Menschen, bei denen bereits Akne oder eine Akneneigung besteht. So zeigt sich bei ihnen häufig ein verschlechtertes Hautbild und es entwickelt sich eine Mallorca-Akne.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Acne aestivalis ist gekennzeichnet durch typische Beschwerden, die nach einer intensiven Einstrahlung der Sonne auftreten. Dabei handelt es sich um das Entstehen von kleinen Papeln und Pusteln, die die Größe eines Stecknadelkopfes haben, Knötchen mit einem geröteten Hof sowie stark ausgeprägten Juckreiz.

Besonders betroffene Hautstellen sind die Außenseite der Oberarme und das Dekollete. Häufig in Mitleidenschaft gezogen werden außerdem Gesicht und Brust. Dagegen kommt die Acne aestivalis in der Bauchregion und an den Unterschenkeln nur selten vor. Im Unterschied zur klassischen Akne zeigen sich bei der Mallorca-Akne keinerlei Mitesser.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Acne aestivalis stellt eine Sonderform der polymorphen Dermatose (Sonnenallergie) dar.

Die Diagnose Acne aestivalis lässt sich von einem erfahrenen Hautarzt in der Regel schon anhand der charakteristischen Symptome stellen. Bei der Zusammenfassung der Krankengeschichte befragt der Mediziner den Patienten nach seinen Aufenthalten in der Sonne sowie nach der Verwendung von kosmetischen Produkten, in denen Fettbestandteile enthalten sind.

Zur Sicherung der Diagnose besteht die Option, eine bestimmte Hautfläche mit UV-A-Licht zu bestrahlen. Dieses Verfahren wird in der Medizin Photoprovokation genannt und löst die typischen Hautreaktionen der Mallorca-Akne aus. Außerdem fehlen bei der Acne aestivalis die Mitesser, was als weiteres Indiz für das Hautleiden gilt.

Der Verlauf der Acne aestivalis ist in der Regel harmloser Natur. Meidet der Patient konsequent die Sonne, gehen die lästigen Beschwerden nach einigen Tagen von selbst wieder zurück. Außerdem kann die betroffene Person durch das Gewöhnen an die Sonne sowie zunehmende Hautbräune selbst für eine Besserung des Hautproblems sorgen.

Behandlung & Therapie

Nicht immer ist bei einer Acne aestivalis unbedingt eine medizinische Behandlung erforderlich. In leichten Fällen gilt das Meiden der Sonne für mehrere Tage als beste Option gegen die Hautbeschwerden. Wichtig ist außerdem, keine fetthaltigen Sonnenschutzmittel, Cremes und After-Sun-Lotionen auf die Haut aufzutragen und lieber auf Produkte zurückzugreifen, die frei von Fett sind.

Leidet der Patient unter Juckreiz, sind Umschläge zur Kühlung zu empfehlen. Liegen starke Beschwerden vor, besteht die Möglichkeit, dass der Arzt eine Kortisoncreme oder ein Antihistaminikum verordnet. Antihistaminika gelten jedoch nur dann als sinnvoll, wenn eine allergische Reaktion des Organismus auf Stoffe vorliegt, die sich beim Auftreten von Sonnenlicht zeigen.

In besonders ausgeprägten Fällen verspricht das Durchführen einer speziellen Lichttherapie Abhilfe. Mit einer künstlichen Lichtbestrahlung lässt sich auch eine stärkere Pigmentierung erzielen. Zur Behandlung von verstopften Haarbälgern und Talgdrüsen können die Arzneistoffe Isotretinoin und Tretinon zur Anwendung kommen. Diese verfügen über eine öffnende Wirkung und lindern Hautentzündungen.

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Vorbeugung

Der beste Weg, einer Acne aestivalis vorzubeugen, ist das konsequente Meiden von längeren Sonnenbädern. Soll auf die Sonne nicht verzichtet werden, wird empfohlen, sich langsam an sie zu gewöhnen und mit kurzen Sonnenbädern zu beginnen, die nicht länger als fünf bis zehn Minuten dauern und am frühen Vormittag oder späten Nachmittag stattfinden.

Bücher über Sonnenallergie

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Mader, F.H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Berlin 2014

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