Acne Infantum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. November 2017
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Die Acne infantum ist eine altersbezogene Unterform der weit verbreiteten Hauterkrankung Akne, die Kleinkinder im Alter von drei bis sechs Monaten betrifft und von der Acne neonatorum zu unterscheiden ist - einer Unterform, die bei Neugeborenen unter drei Monaten auftritt. In der Regel wählt der Arzt zur Behandlung der Hauterkrankung eine externe Therapie in Form von milder Gesichtsreinigung, wobei bei schwereren Formen auch Antibiotikatherapien zur Regulierung von entzündlichen Prozessen und Narbenbildung indiziert sein können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Acne infantum?

Akne ist die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Auf ein gesamtes Leben betrachtet, sind mehr als 85 Prozent aller Menschen davon betroffen, was in den meisten Fällen mit dem Einfluss bestimmter Sexualhormone zusammenhängt. Die Hauterkrankung wird zum einen nach Schwere und zum anderen nach dem Lebensalter der Patienten differenziert. Die Bezeichnung Acne infantum ist eine altersbezogene Unterform der Erkrankung.

Der Mediziner versteht darunter Akne im vorpubertären Kindesalter. Diese dermatologische Erscheinung wird auch als Acne infantilis oder Kleinkindakne bezeichnet. Davon zu unterscheiden ist die Neugeborenenakne, die so genannte Acne neonatorum bei Babys vor dem dritten Lebensmonat.

Die Kleinkindakne tritt dagegen bei Kindern zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat auf. Jungen sind von der Acne infantum häufiger betroffen als Mädchen, was sich für Akne im Allgemeinen behaupten lässt. Besonders schwere Verlaufsformen der Acne infantum werden auch Acne conglobata infantum genannt.

Ursachen

Die Ursachen für die Acne infantum sind bislang nur unzureichend geklärt. Diskutiert wird vor allem die vorübergehend hohe Produktion von Androgenen, also männlichen Geschlechtshormonen. In diesem Zusammenhang kann die Erscheinung unter Umständen auch symptomhaft für einen hormonproduzierenden Tumor sein, was im Rahmen einer endokrinologischen Untersuchung abzuklären ist.

Auch das sogenannte adrenogenitale Syndrom kann mit Erscheinungen der Acne infantum einhergehen, eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselkrankheit, die in der Nebennierenrinde die Hormonsynthese behindert. Die mit häufigste Ursache für Acne infantum, aber auch Neugeborenenacne, ist allerdings eine angeborene Hyperplasie der Nebennieren.

Diese ist in der Regel temporär und normalisiert sich meist über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten hinweg. Manchmal können auch komedogene Kosmetika das Bild einer Acne infantum entstehen lassen. Werden stark fettende Produkte zur Hautpflege des Kindes verwendet, stellen sich häufig dermatologische Veränderungen ein.

Wie jede Akne-Erkrankung hängt auch die Acne infantum vermutlich mit hormonellen Vorgängen zusammen und äußerst sich in Papeln und Pusteln der Gesichts- und insbesondere Wangenhaut, wobei bei schweren Verlaufsformen auch tiefliegende Fisteln und entzündliche Knoten vorkommen, die später Narben auf der Haut zurücklassen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Acne infantum ist eine altersbezogene Unterform der weit verbreiteten Hauterkrankung Akne, die Kleinkinder im Alter von drei bis sechs Monaten betrifft.

Die Acne infantum ist eine dermatologische Erkrankung der Gesichtshaut. In der Regel zeigen sich dabei insbesondere auf den Wangenknochen die meisten Hautveränderungen. Diese Hautveränderungen können je nach Schwere der Erkrankung verschiedener Form sein.

Meist äußern sie sich als dicht stehende Komedonen oder in Form von zahlreichen Papeln und Pusteln. Abgesehen davon treten bei der Acne infantum aber zuweilen auch entzündliche Knoten auf, die besonders tief liegen und im Regelfall einschmelzen. Vor allem letztere Erscheinungen lassen später bleibende Narben zurück, die sich durch eine geeignete Therapie aber minimieren lassen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Arzt stellt die Diagnose der Kleinkindakne in der Regel über Blickdiagnostik. Die Anamnese hilft ihm dabei, Ursachen wie die Verwendung von komedogenen Kosmetika auszuschließen. Da er differentialdiagnostisch aber auch Tumore und Erscheinungen wie das adrenogenitale Symptom ausschließen muss, ordnet er zusätzlich in der Regel umfangreiche Untersuchungen aus dem Fachbereich der Endokrinologie an.

Meist heilt Acne infantum bei geeigneten Therapiemaßnahmen innerhalb weniger Monate vollständig ab und lässt keine schwerwiegenden Narben zurück. Bei schweren Verlaufsformen kann die Heilung allerdings auch mehrere Jahre dauern, wobei speziell tiefliegende Knoten und Fisteln Gesichtsnarben zurücklassen können.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Kleinkindakne ist eine Erscheinung, die bevorzugt Kinder im Lebensalter von drei bis sechs Monaten betrifft. Um die Ursache dieser Hauterkrankung abklären zu lassen und eine angemessene Behandlung zu finden, sollte das betroffene Kind beim Haut- oder Kinderarzt vorgestellt werden. Dieser überweist die Mutter des Kindes gegebenenfalls zum Endokrinologen oder Hautarzt weiter.

Es geht hier darum, die Folgen einer vermutlich hormonell bedingten Symptomatik so klein wie möglich ausfallen zu lassen. Die Acne infantum kann zu starken Entzündungen auf der Gesichtshaut von Kleinkindern führen. Diese schmerzen nicht nur. Sie können vom Kind auch aufgekratzt werden und zu Fisteln oder Furunkeln der Gesichtshaut führen. Unbehandelt können tiefe Narbenkrater entstehen. Es würde für das Kind in jeder Hinsicht belastend sein, nicht umgehend bei einem Arzt behandelt zu werden.

Bei leichten Verläufen der Acne infantum genügt möglicherweise ein Beobachten der Haut. Da es jedoch möglicherweise um die Folgen einer anderen Erkrankung geht, ist der Arztbesuch angesichts des jungen Alters des Patienten die bessere Wahl. Ob eine Behandlung der befallenen Hautpartien oder eine Antibiotika-Therapie angemessen sind, sollte der behandelnde Facharzt entscheiden. Eine Selbstbehandlung der Kleinkindakne sollte die Mutter lieber nicht wagen. Es könnte sein, dass die Acne infantum als Symptom auf eine andere Erkrankung hinweist.

Komplikationen

Bei der Erstellung einer Prognose von Säuglingsakne oder auch Acne Infantum ist der Krankheitsverlauf maßgeblich beteiligt. Allerdings gehört jeder dieser Fälle, egal ob mit einem leichten oder schweren Verlauf, in die Obhut eines Arztes. In leichten Fällen heilen die kleinen roten Pickelchen mit gelbem Knoten in der Mitte vollständig wieder ab.

Die Aussichten auf eine komplikationslose Genesung erhöhen sich zusätzlich, sobald beim Schlafen ein sauberes Tuch unter die Wange des Säuglings gelegt wird, um den Speichel aufzufangen, bevor er die Haut berührt. Außerdem dürfen Pickel und Pusteln niemals ausgedrückt werden. Die Aussichten, im Laufe der Pubertät auch an Acne vulgaris zu erkranken, sind sehr hoch.

Die gewöhnliche Akne wird durch hormonelle Veränderungen während der Pubertät ausgelöst und ist bei Heranziehung eines Arztes gut behandelbar. Unbehandelt jedoch begleiten Pickel und Pusteln den jungen Patienten noch bis ans Ende seiner zwanziger, in seltenen Fällen sogar noch bis 40 Jahre. Zurück bleiben große vernarbte Flächen und ein oftmals angeschlagenes Selbstwertgefühl. Hier wäre dann zur medizinisch notwendigen auch eine psychische Therapie indiziert.

Behandlung & Therapie

Die konventionelle Therapiemaßnahme bei Acne infantum entspricht einer externen Therapie, die vor allem regelmäßige und milde Hautreinigung umgreift. Fettenden Produkte müssen dabei vermieden werden. Stattdessen wird auf die betroffenen Hautstellen in niedriger Konzentration Benzoylperoxid wie beispielsweise Akneroxid aufgetragen. Als eine Alternative stehen Creme-Produkte mit Azelainsäure zur Verfügung, so zum Beispiel Skinoren Creme.

Da Kleinkinder eine deutlich dünnere Haut und somit höhere Resorptionsrate aufweisen, als Erwachsene oder Heranwachsende muss der Arzt die Konzentrationen und Anwendungsdauer der Produkte vorab möglichst vorsichtig planen.

Bei schwereren Verlaufsformen von Acne infantum kommt eine systemische Antibiotikatherapie zum Einsatz, die vor allem den entzündlichen Prozessen entgegenwirken und damit Narbenbildung verhindern soll. Häufig findet in diesem Zusammenhang Erythromycin zum Einsatz, das in aller Regel zweimal täglich gegeben wird.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen verweist die Acne Infantum auf eine andere Grunderkrankung, weswegen die Behandlung dieser Krankheit in der Regel kausal geschieht. Der Betroffene leidet an Pusteln und Papeln, welche auch mit Schmerzen verbunden sein können. Die Beschwerden können allerdings durch eine richtige Behandlung behoben und eingeschränkt werden, sodass es für den Patienten zu keinen besonderen Komplikationen kommt.

Ebenso kann es in schwerwiegenden Fällen zur Ausbildung von Narben und Wunden kommen, die bis hin in das Erwachsenenalter verbleiben. In der Regel findet die Behandlung durch die Einnahme von gesunder Nahrung statt. Weiterhin können die Beschwerden durch verschiedene Pflegemittel reduziert und behandelt werden.

Sollte die Acne Infantum durch ein bestimmtes Lebensmittel oder durch einen bestimmten Inhaltsstoff auftreten, so müssen die Eltern dies bei der Ernährung bedenken, um den Symptomen und Beschwerden vorzubeugen. Ebenso kann der Hormonstatus des Patienten überprüft werden, um die selben Beschwerden im Erwachsenenalter zu vermeiden. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch die Krankheit nicht eingeschränkt und es kommt in der Regel zu keinen weiteren Komplikationen.

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Vorbeugung

Akne lässt sich nur schwer vorbeugen. Eine gute Hauthygiene kann das Erkrankungsrisiko allerdings minimieren oder zumindest die Schwere der Erkrankung reduzieren. Speziell pH-neutrale Hautpflegeprodukte auf Wasserbasis können in dieser Hinsicht zum Einsatz kommen.

Außerdem sollte eine hochglykämische Nahrung vermieden werden, da diese Ernährungsform besonders häufig mit der Erscheinung in Zusammenhang steht. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, frühzeitig den Hormonstatus eines Kindes ermitteln zu lassen. Zur Regulierung des Hormonstatus stehen unter Umständen homöopathische Maßnahmen zur Verfügung.

Das können Sie selbst tun

Eltern können den Heilungsprozess ihres Kindes bei einer diagnostizierten Acne infantum vielfältig unterstützen. Bei der täglichen Hautpflege sollten Eltern auf die Verwendung von milden und nicht fettenden Produkten achten. Zahlreiche Prüfsiegel können die Entscheidung beim Kauf von Pflegeprodukten erleichtern. Auf die Bezeichnung „Hautverträglichkeit von Dermatologen bestätigt“ sollte geachtet werden. Auch wenn Hautpflegeprodukte für Neurodermitiker angeboten werden, sind diese Produkte empfehlenswert.

Weiterhin kann die Wahl eines Produktes der Naturkosmetik (Zutaten aus biologischem Anbau) eine Möglichkeit darstellen. Je nach Schweregrad der Erkrankung, kann auch der Arzt arzneilich wirksame Salben verschreiben. Eltern sollten auf eine sanfte Dosierung achten, da die kindliche Haut die Wirkstoffe deutlich stärker resorbiert.

Bei einer nötigen Antibiotika-Therapie kann der kindliche Organismus durch eine begleitende Behandlung mit gesunden Darmbakterien unterstützt werden. Diese sind in Tropfen- oder Pulverform in der Apotheke erhältlich. Weiterhin sollten Eltern auf einen umfassenden Sonnen- bzw. Kälteschutz achten. Alle Faktoren, welche der Haut Stress bereiten, sind zu minimieren. Durch Luftbefeuchter oder nasse Tücher über dem Heizkörper kann trockener Raumluft entgegnet werden.

Bei dem Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit als Ursache der Hautreizung müssen Eltern bei der Ernährung ihres Kindes dies berücksichtigen. Liegt ein Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes der Erkrankung zugrunde kann mit homöopathischen Mitteln (Hepar sulfuris, Silicea) unterstützend behandelt werden.

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Quellen

  • Gortner, L., Meyer S., Sitzmann F. C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Kerbl, R., Kurz, R., et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Speer, C.P., Gahr, M. (Hrsg.): Pädiatrie. Springer, Berlin 2013

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