Acarbose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Acarbose ist ein Wirkstoff zur Senkung des Blutzuckerwertes nach den Mahlzeiten. Er gehört somit zu jenen Medikamenten, die im Rahmen der Erkrankung Diabetes mellitus Typ 2 therapeutisch eingesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Acarbose?

Acarbose selbst ist ein Zucker und wird durch den Prozess der Fermentierung aus dem Urstoff Actinoplanes utahensis gewonnen. Durch seine besondere Struktur kommt ihm eine Wirkungsweise zur Bekämpfung der Diabeteskrankheiten zu.

Das entsprechende Medikament soll nach dem Essen die Aufspaltung des Zuckers verlangsamen und die Aufnahme der Glucose durch den Körper regulieren. Damit wird ein sofortiger Anstieg des Blutzuckerspiegels vermieden. Acarbose wird gegenwärtig als Tabletten mit unterschiedlichen Dosierungen gereicht.

Zudem sind die Präparate regelmäßig mit weiteren Inhaltsstoffen zur Normalisierung des Insulinspiegels versehen. Seltener wird die Verabreichung in Form eines weißen Pulvers vorgenommen. Als solches wäre das Heilmittel jedoch auch in Wasser löslich und könnte daher Kindern oder Personen mit Schluckbeschwerden zugeführt werden.

Pharmakologische Wirkung

Die in den Magen und den Darmtrakt gelangende Nahrung wird durch den Organismus verarbeitet. Hierbei werden unter anderem die Glucose und die Kohlenhydrate aufgespalten. Diese können durch die Darmwände in den Blutkreislauf gelangen und dort einen Anstieg der Blutzuckerwerte hervorrufen.

Ein solches Manko erweist sich insbesondere bei Diabeteserkrankten als schwerwiegend. Derartige Schwankungen – schnelles Ansteigen und ebenso rasantes Abfallen – des Insulinspiegels soll die Acarbose vermeiden. Dafür werden die entstehenden Alphaglucosidasen durch die Acarbose gebunden. In diesem Prozess spalten sich Zucker oder Kohlenhydrate auf und werden inaktiv. Sie können nun nicht mehr in den Blutkreislauf eindringen.

Der Anstieg der Insulinwerte wird dadurch nach den Speisen zumindest verlangsamt und ist auf diese Weise keinen erheblichen Schwankungen mehr ausgesetzt. Für ein ähnliches Verfahren wurde in den letzten Jahrzehnten häufiger Saccharose angewendet. Ihm kommt im Vergleich zur Acarbose aber ein deutlich geringerer Bindungswert der Glucose zu. Die Einnahme des Medikaments erfolgt darüber hinaus oral und lediglich begleitend zur allgemeinen Diabetestherapie. Es ist somit von der Einzelfalldiagnose abhängig, ob die Acarbose verabreicht wird.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Acarbose gehört zu jenen Medikamenten, die im Rahmen der Erkrankung Diabetes mellitus Typ 2 therapeutisch eingesetzt werden.

In der allgemeinen Diabetesbekämpfung kommt der Acarbose lediglich ein unterstützender Wert zu. Das liegt vor allem an der durch das Produkt hervorgerufenen Wechselwirkung zu anderen Medikamenten. So kann neben dem Zucker auch der Wirkstoff der sonstigen Präparate gebunden werden.

Damit wiederum würde eine Heilung allgemein verhindert oder doch zumindest verlangsamt. Die Acarbose ist somit kein grundsätzlicher Bestandteil zur Linderung der Diabetes. Wird es verschrieben, so ist es vor jeder der Hauptmahlzeiten einzunehmen. In diesen Fällen wäre eine Darreichung von 200 bis 300 Milligramm der Acarbose für erwachsene Betroffene üblich. Darüber hinaus entscheidet der medizinische Gesamtzustand des Patienten über eine Verschreibung. Liegen Schädigungen der Nieren sowie des Magen-Darm-Trakts vor, sollte das Präparat nicht zur Anwendung kommen.

Ebenso ist die Therapie unter ärztlicher Aufsicht zu absolvieren. Die Acarbose kann nicht vorbeugend eingesetzt werden. Vielmehr erzielt sie die heilende Wirkung erst durch die regelmäßige Einnahme vor jeder Nahrungsaufnahme. Das Absetzen über einen Zeitraum weniger Tage kann sich daher bereits schwerwiegend auf die Diabeteserkrankung des Patienten auswirken. Eine abermalige Schwankung des Blutzuckerwertes wäre dann zu erwarten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Bei den schon erwähnten Schädigungen der Organe darf die Acarbose nicht verschrieben werden. Auch eine allgemeine Überempfindlichkeit des Patienten in Bezug auf Medikamente ist vorab zu bestimmen. Daneben kann das Mittel einige Nebenwirkungen entfalten.

Diese liegen vorrangig in einer erhöhten Flatulenz, in Beschwerden des Magenbereichs, in gelegentlichem Erbrechen und Durchfall sowie in einem leichten Sodbrennen. Werden neben der Acarbose weitere Medikamente zur Diabetestherapie verabreicht, kann sich zwischen den einzelnen Präparaten eine unerwünschte Interaktion ergeben. Hierbei würde die jeweilige Wirkung der einzelnen Produkte gehemmt.

Dem ärztlichen Rat ist daher in jedem Falle Folge zu leisten. Allerdings muss nicht jede zum Beginn der Behandlung auftretende Nebenwirkung auch dauerhaft anhalten. Vielfach ist eine Besserung der anfänglichen Beschwerden schon nach etwa drei bis fünf Tagen erkennbar. Der Organismus hat sich sodann an den Wirkmechanismus der Acarbose gewöhnt.

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