Abwehrreaktion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Die Abwehrreaktion wird auch als Immunantwort bezeichnet und entspricht den körpereigenen Prozessen zur Eliminierung von körperfremden Substanzen. Wenn der Organismus eine körperfremde Substanz als bedrohlich erkennt, löscht er sie mithilfe von Plasmaproteinen und Killerzellen aus. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich die Abwehrreaktion nicht gegen Krankheitserreger, sondern fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Abwehrreaktion?

Mit einer Immunantwort reagiert der menschliche Körper auf ein bekanntes oder unbekanntes Antigen. Diese natürliche Reaktion ist auch als Abwehrreaktion bekannt und bildet die Grundlage der körpereigenen Abwehr von Bakterien und anderen Krankheitserregern.

Die meisten Immunreaktionen entsprechen einer angeborenen und unspezifischen Immunreaktion. Das heißt, sie sind nicht auf spezielle Erreger ausgerichtet, sondern wenden sich im Allgemeinen gegen fremde Reize im Organismus. Daneben gibt es auch spezifische, erst später erworbene Immunreaktionen. Ein Beispiel dafür ist die erlernte Immunantwort auf spezifische Antigene, die dem Organismus aus der Vergangenheit bereits bekannt sind.

Neben zellulären Immunantworten durch T-Killerzellen, antigenpräsentierende Zellen und T-Helfer-Zellen finden im Körper auch humorale Immunreaktionen statt. Der Ausdruck der humoralen Abwehrreaktion bezieht sich auf Abwehrstoffe und Antigene in den menschlichen Körperflüssigkeiten.

Im Rahmen jeder Abwehrreaktion bekämpft der Körper körperfremde oder körpereigen veränderte Zellen. Damit schützt das Immunsystem den Organismus vor Krankheiten und letztlich sogar vor dem Tod.

Funktion & Aufgabe

Das Abwehrsystem ist dafür zuständig, bedrohliche Fremdsubstanzen aus dem Körper zu beseitigen. Eine Immunantwort zielt im Speziellen auf Krankheitserreger ab, so beispielsweise auf Viren oder Bakterien. Andererseits kann sich eine Immunantwort auch auf krankhaft veränderte Zellen des eigenen Organismus beziehen. Dieser Mechanismus spielt zum Beispiel für Krebszellen eine wichtige Rolle.

Die angeborene Immunantwort verläuft über Erbstrukturen und reagiert mechanisch auf fremde Reize. Die spezifische Abwehrreaktion nutzt dagegen erworbene Rezeptoren im Körper zur Reizidentifizierung. Diese Rezeptoren bilden sich in annähernd unbegrenzter Zahl zu spezifischen Krankheitserregern. Über die Rezeptoren beurteilt der Organismus auf Basis seiner Erfahrung die Bedrohlichkeit eines körperfremden Reizes.

Wenn der Reiz als unbedrohlich eingestuft wird, so bleibt in Zukunft eine Immunreaktion aus. Dieses Phänomen wird auch als Immuntoleranz bezeichnet. Es sorgt dafür, dass das Immunsystem nicht auf sämtliche Substanzen der Umwelt reagiert.

Die Abwehrreaktion wird auch als Immunantwort bezeichnet und entspricht den körpereigenen Prozessen zur Eliminierung von körperfremden Substanzen.

Körperfremde Substanzen dringen permanent in den Körper ein. Würde das Abwehrsystem auf jede davon reagieren, würde das dem Organismus eher schaden, als ihn zu schützen. Die Differenzierung über die Rezeptoren ist daher eine wichtige Komponente für das Funktionieren des Abwehrsystems.

Nur wenn ein Reiz tatsächlich als bedrohlich erkannt wird, wird eine produktive Immunantwort ausgelöst. Diese Immunantwort soll die Bedrohung eliminieren. Die Mechanismen, auf denen sich diese Abwehrreaktion begründet, sind von hoher Vielfalt.

Auf zahlreichen Oberflächen des Organismus befinden sich beispielsweise Komplementsysteme aus Plasmaproteinen. Aufgabe dieser Proteine ist es, die Oberfläche von Krankheitserregern zu bedecken und zu zerstören. Sie lösen dazu entzündliche Reaktionen aus, die Infektionen bekämpfen. Neben der Abtötung von Erregern übernimmt das Komplementsystem außerdem die Markierung dieser Erreger. Das macht sie für die Killerzellen des Körpers auffindbar.

Zur Immunantwort gehören außerdem mikrobizide Substanzen, die von Zellen außerhalb des Abwehrsystems zur Aktivierung von Fress- und Killerzellen freigesetzt werden. Die B-Lymphozyten produzieren unterdessen permanent Antikörper. Diese Antikörper binden sich im Rahmen der Abwehrreaktion hochspezifisch an fremde Strukturen. Im Zusammenspiel beseitigen diese Einzelreaktionen die bedrohlichen Substanzen aus dem Organismus.

Immunologische Überreaktionen werden durch körpereigene Regulationsmechanismen vermieden. Sie würden körpereigenes Gewebe zu stark beschädigen und könnten im Rahmen dessen einen septischen Schock und schlimmstenfalls den Tod auslösen. Ohne die regulierenden Einheiten könnte das Immunsystem die Balance zwischen schützender und schädigender Reaktion nicht mehr halten.

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Krankheiten & Beschwerden

Das Abwehrsystem ist ein hoch komplexer Apparat, der zahlreiche und höchst unterschiedliche Beschwerden hervorrufen kann. Überempfindlichkeitsreaktionen sind beispielsweise denkbar.

Solche Überreaktionen entsprechen in der Regel septischen oder anaphylaktischen Schocks. Zu einem anaphylaktischen Schock kann es beispielsweise im Rahmen des Kontakts mit chemischen Substanzen kommen. Oft reagiert der Organismus in diesem Zusammenhang mit Kreislaufversagen oder Organversagen.

Septische Schocks können dagegen entstehen, wenn das Immunsystem im gesamten Körper Entzündungsreaktionen auslöst. Eine solche Reaktion geht in der Regel auf infektiöse Ursachen zurück. Immunologische, septische Schocks können aber auch in Zusammenhang mit einer tatsächlichen Erkrankung auftreten, so beispielsweise im Rahmen des Toxischen-Schock-Syndroms.

Weitere Beispiele für Erkrankungen des Immunsystems sind die sogenannten Autoimmunerkrankungen. Bei diesen Krankheiten lösen körpereigene und gänzlich gesunde Zellen Abwehrreaktionen aus. Die Rezeptoren des Immunsystems erkennen eigenes Gewebe dabei fehlerhaft als bedrohliche Fremdkörper und greifen die gesunden Gewebsstrukturen an.

Beispiele für solcherlei Erkrankungen sind die entzündliche Erkrankung Multiple Sklerose, die permanent das zentrale Nervensystem angreift, und der systemische Lupus, der sich gegen die Haut, die Gelenke und die Nieren richtet.

Auch Allergien sind fehlerhafte Abwehrreaktionen. Im Rahmen dieser Krankheitsgruppe lösen harmlose Substanzen aus der Umwelt fälschlicherweise eine Immunantwort aus.

Beschwerden im Bezug auf die körpereigene Abwehrreaktion können außerdem in Zusammenhang mit der Immuntoleranz auftreten. Einerseits ist diese Toleranz wichtig, damit das Abwehrsystem nicht überlastet und den Organismus unnötigerweise nicht mit Entzündungsreaktionen belastet. Wenn das Abwehrsystem jedoch gegenüber bedrohlichen Substanzen eine Immuntoleranz entwickelt, so kann das den Organismus in Gefahr bringen.

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