Abstillen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Abstillen bedeutet die Umstellung von der Muttermilch auf feste Nahrung. Es erfolgt stufenweise, sodass zunächst eine Kombination aus Muttermilch und Beikost gefüttert wird. Erst, wenn das Baby alle Nährstoffe aus der alternativen Nahrungsquelle bezieht, gilt es als abgestillt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Abstillen?

Als Abstillen wird der Vorgang bezeichnet, einen Säugling von der Muttermilch auf externe Nahrungsquellen umzustellen. Der Zeitraum des Abstillens ist nicht konkret definiert. Manche Mütter wählen selbst einen bestimmten Zeitpunkt dafür aus, andere lassen ihr Baby entscheiden.

Kommt die Initiative zum Abstillen von der Mutter, kann der Prozess einiges an Geduld erfordern. Er kann bereits nach wenigen Wochen, aber auch erst nach einigen Monaten durchgestanden sein.

Das Abstillen ist eine Zeit der Umgewöhnung. Viele Mütter fürchten, dass es mit der innigen Zweisamkeit, die durch das Stillen zwischen ihnen und ihrem Baby aufgebaut wurde, vorbei sein könnte. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn sie dem Baby auf andere Weise liebevolle Fürsorge angedeihen lassen.

Funktion & Aufgabe

Als Abstillen wird der Vorgang bezeichnet, einen Säugling von der Muttermilch auf externe Nahrungsquellen umzustellen.

Die nationale Stillkommission, angesiedelt im Bundesinstitut für Risikobewertung, empfiehlt generell eine Mindeststilldauer von einem halben Jahr. Dies bedeutet, dass das Baby in den ersten sechsundzwanzig Wochen seines Lebens ausschließlich gestillt werden sollte – sofern bestimmte Stoffwechselerkrankungen nicht dagegen sprechen.

Stillen gilt als wichtiger gesundheitlicher Schutzfaktor, stärkt das Immunsystem des Kindes und beugt Übergewicht vor. Jedoch kann jede Mutter selbst am besten beurteilen, ob sie ihr Kind nicht früher als nach dem empfohlenen halben Jahr abstillen möchte bzw. ob sie das Gefühl hat, dass ihr Kind schon früher sogenannte Beikost benötigt. In diesen Fällen empfiehlt es sich, einen Kinderarzt und/oder eine Stillberaterin zu Rate zu ziehen.

Stillexperten vertreten die Auffassung, dass es am günstigsten ist, nicht abrupt mit dem Stillen aufzuhören, sondern nach und nach auf die externe Nahrungsquelle umzustellen. Dabei hat es sich als schwierig erwiesen, bei jeder Mahlzeit den ersten Teil zu stillen und den zweiten zu füttern. Dies artet schnell in Hektik und Stress für Mutter und Kind aus. Günstig hingegen scheint es, morgens und abends zu stillen, während die anderen Mahlzeiten aus dem Fläschchen gegeben werden. Am leichtesten fällt die Umstellung, wenn dem Baby beim Stillen ohnehin schon langweilig geworden ist.

Ist dies nicht der Fall, ist der Widerstand des Kindes deutlich höher. Dafür ist es hilfreich, wenn sich die Eltern vergegenwärtigt, dass Essen für ihr Baby nicht einfach nur Nahrungsaufnahme, sondern vor allem Glück und Zufriedenheit bedeutet. So können sie eventuelle Widerstände besser verstehen.

Erfahrene Mütter schwören darauf, ihrem Baby kurz vor Beginn des Abstillens beim Stillen zu erzählen, dass dies eines der letzten Male ist. Auch, wenn viele denken, dass Kind sei noch viel zu klein, den Sinn der Worte zu verstehen, scheint diese Methode zu wirken.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, dem Kind nur noch dann die Brust anzubieten, wenn es ausdrücklich danach verlangt. Ist das Baby dagegen zerstreut, abgelenkt oder gelangweilt, wenn es angelegt wird, könnte dies ein Signal sein, mit dem Abstillen zu beginnen. Die nächste Fütterung wird ausgelassen, um zu sehen, wie das Baby reagiert.

Statt der Brust wird dem Baby ein Fläschchen mit Milch angeboten – entweder abgepumpte Muttermilch oder angerührte Säuglingsmilch. Akzeptiert das Kind die Flaschennahrung, wird die Anzahl der Flaschennahrungsmahlzeiten erhöht, die der Mahlzeiten aus der Brust reduziert. Die Milchproduktion der Mutter lässt dann selbstständig in dem Maße nach, in welchem sie nicht mehr benötigt wird.

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Krankheiten & Beschwerden

Ist das Baby zum Zeitpunkt des Abstillens älter als sechs Monate, können die Flaschenmahlzeiten durch einen gesunden Snack ergänzt werden. Ist es jünger, ist es eventuell noch nicht bereit für feste Snacks in Form von Zwieback oder einem Stück Apfel. Hier kann etwas ungesüßter Tee oder Saft angeboten werden.

Der Prozess des Abstillens fällt leichter, wenn anfänglich die Stilldauer verkürzt wird. Das heißt, wenn das Baby normalerweise fünf Minuten trinkt, wird diese Zeit auf drei Minuten reduziert. Ebenfalls hilfreich kann es sein, jede Stillmahlzeiten zeitlich hinauszuzögern. Statt einer Abend-Stillung wird dann beispielsweise kurz vorm Zu-Bett-Gehen gestillt.

Manchmal kommt es vor, dass Mütter alle Tipps zum Abstillen beherzigen und trotzdem das Gefühl haben, keinen Schritt voranzukommen. Es kann sein, dass sie schlicht und einfach den falschen Zeitpunkt gewählt haben und ein Anlauf wenige Wochen später erfolgreich ist. Darüber hinaus sollte ausgeschlossen werden, dass das Kind krank ist. Wenn es ihnen nicht gut geht, wollen viele Babys gefüttert werden.

Auch die Änderung der Lebenssituation wie eine Trennung vom Kindsvater, ein Umzug und dergleichen kann grundlegenden Einfluss auf das Abstillen haben und es weitaus schwieriger gestalten. Hier kann es ebenfalls hilfreich sein, nach einigen Wochen, in denen wieder Routine eingekehrt ist, einen neuen Versuch zu unternehmen und bis dahin einfach weiterzustillen.

Eine weitere Methode, um Probleme beim Abstillen zu umgehen, ist das sogenannte Baby-led Weaning (BWL) – das Abstillen, bei dem das Baby das Tempo vorgibt. Hierbei wird auf Brei und Lernlöffel – die herkömmlichen Komponenten der schrittweisen Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung – verzichtet. Stattdessen wird es mittels einer Auswahl von Fingerfood dem Kind überlassen, sich selbst zu füttern, wobei auf den Nachahmungseffekt der Eltern bzw. großen Geschwister bei Tisch gesetzt wird. Die Fähigkeit zum aufrechten Sitzen muss für BWL vorhanden sein.

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