Abirateron

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Als Abirateron wird ein Wirkstoff bezeichnet, der hauptsächlich in der Krebstherapie eingesetzt wird. Durch die Senkung des Hormonspiegels verhindert er das Anwachsen von bisher nicht entfernten Metastasen in der menschlichen Prostata.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Abirateron?

Das Abirateron bewirkt eine Hormonhemmung bei männlichen Krebspatienten. In bestimmten Fällen speisen sich die Metastasen durch das Testosteron des Mannes. Hierbei ernährt sich der Krebs also nicht mehr durch das im Blut befindliche Testosteron.

Dieses kann im Rahmen einer begonnenen Therapie bereits deutlich gesenkt sein. In solchen Ausgangslagen würde sich der Krebs seine Nahrung folglich selbst im Zuge der sogenannten Androgensynthese herstellen. Dafür benötigt er jedoch das Enzym CYP17. Dessen Produktion wiederum wird durch das Abirateron gehemmt.

Die Metastasen können sich auf diese Weise nicht mehr selbst speisen. Die Herstellung des Hormons in der Prostata sowie in den Nebennieren und im Hoden nimmt ab. In der Folge soll damit eine schonende Behandlung der Krebserkrankung einhergehen. Das Verfahren gilt als relativ neu und die entsprechenden Präparate mit dem Wirkstoff Abirateron werden erst seit wenigen Jahren in der Praxis angewendet.

Pharmakologische Wirkung

Durch die Senkung des Hormonspiegels verhindert Abirateron das Anwachsen von bisher nicht entfernten Metastasen in der menschlichen Prostata.

In der Anwendung bewirkt das Abirateron – eigentlich als Abirateronacetat bezeichnet – eine Blockade des Enzyms CYP17. Damit können bestimmte im Blut befindliche Hormone nicht mehr in das Testosteron umgewandelt werden.

Der Testosteronspiegel nimmt somit ab. Der Krebs kann sich aus diesem folglich nicht mehr selbst ernähren. Ebenso findet er aber im Organismus nicht mehr genügend Hormone, um weiterhin anwachsen zu können. Das Abirateron kann seine Wirkung jedoch nur in Kombination mit dem künstlichen Glucocorticoid Prednisolon oder Prednison ausspielen. Schließlich kann die Nebenniere durch die Hemmung im Rahmen des Einsatzes des Abirateron nun kein eigenes Glucocorticoid mehr produzieren.

Dieses muss daher zugeführt werden. In den bisher getesteten Fällen stieg die Erfolgsquote indes signifikant an. Einerseits wurden damit die Überlebenschancen der Patienten nach der Diagnose erhöht. Andererseits konnte der schwerwiegende Einsatz der Chemotherapie ebenso um mehrere Monate hinausgezögert werden. Daneben berichteten die Betroffenen über eine geringe Schmerzentwicklung. Die Verabreichung von entsprechenden Medikamenten ließ sich also gleichfalls reduzieren.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Abirateron kommt derzeit lediglich bei einer kleinen Gruppe an Krebspatienten zum Einsatz. Diese müssen männlich sein und über kastrationsresistente Metastasen verfügen. Das Wachstum der bösartigen Zellen sollte daher auf vorherige Eingriffe nicht wie gewünscht reagiert haben.

Ebenso notwendig ist es, dass bislang keine Chemotherapie stattgefunden hat und eine solche auch nicht aufgrund des Gesundheitszustandes des Betroffenen unmittelbar bevorsteht. Zudem sollte bereits eine hormonblockierende Behandlung begonnen worden sein. Der Krebs darf sich in diesen Fällen schon im fortgeschrittenen Stadium befinden. Er sollte auf andere Maßnahmen bislang aber nicht angesprochen haben.

Die Auswirkungen dieser neuartigen Therapie erweisen sich als überzeugend. In nahezu allen relevanten Fallstudien trat eine Verbesserung der Gesundheit ein. Schmerzmittel konnten gesenkt, die Dauer der Krankenhausaufenthalte ebenso reduziert werden. Gegenwärtig wird mit einer durchschnittlichen Überlebenslänge von etwa fünf Monaten im Vergleich zu solchen Patienten gerechnet, denen das Abirateron nicht verabreicht wurde. Zugleich steigt die Lebensqualität signifikant an.

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Risiken & Nebenwirkungen

Allerdings erweist sich das Abirateron hinsichtlich etwaiger Nebenwirkungen als nicht eben vorteilhaft. Schmerzen und Schwellungen der Gelenke und Muskeln werden häufig beobachtet. Der Herzschlag erreicht einen erhöhten Rhythmus. Eine allgemeine Müdigkeit tritt ein, kleinere Belastungen werden erschwert wahrgenommen.

Zudem kann es zu Wassereinlagerungen in den Zellen des Körpers kommen. Auch ein steigender Harndrang in der Nacht wird verzeichnet. Ebenso werden der Magen und der Darm in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernährung wird nur noch unzureichend verdaut, Durchfall und Erbrechen treten häufiger auf. Bei einem längeren Einsatz des Abiraterons können auch die Organe des Körpers geschädigt werden.

Namentlich gelten die Leber und das Herz als anfällig. Das Medikament muss daher ausnahmslos auf ärztliches Anraten hin konsumiert werden. Die unerwünschten Begleiterscheinungen können anderenfalls akute bis chronische Leiden auslösen oder die erhoffte Krebsbehandlung konterkarieren.

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