Abciximab

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Entwickelt wurde das Präparat Abciximab von der US-amerikanischen Pharmafirma Centocor als effektives Mittel, um die Blutgerinnung zu unterbinden. Verwendet wird das Präparat, welches ausschließlich in der klinischen Behandlung angewendet wird, für chirurgische Eingriffe an den Arterien des Herzens und zur Vorbeugung von Herzinfarkten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Blutungen, die bis zu 36 Stunden nach Beginn der Therapie auftreten können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Abciximab?

Bei Abciximab, das auch als Abximabum bezeichnet wird, handelt es sich um einen Wirkstoff, der primär bei chirurgischen Eingriffen am Herzen verwendet wird. Er gehört deshalb in die Gruppe der Thromozytenaggregationshemmer.

Die Basis des Präparats stellt ein immunologisch wirksames Eiweiß dar, welches die Bildung von Blutgerinnseln verhindert. Die Gerinnsel können zu einer Verklumpung des Blutes führen und dadurch die Arterien verstopfen und letztlich zum Herzinfarkt führen können.

Um die Gerinnselbildung zu verhindern, bindet sich Abciximab an verschiedene Rezeptoren auf den roten Blutplättchen. Verwendet wird der Wirkstoff, wenn während eines Eingriffs Komplikationen bezüglich der Durchblutung des Herzens befürchtet werden. Zudem wird das Präparat in der Herzinfarkt-Vorbeugung verwendet.

Pharmakologische Wirkung

Blutgerinnsel entstehen im menschlichen Körper dadurch, dass sich körpereigene Eiweiße wie Fibrinogen an den roten Blutkörperchen andocken. In einem gesunden Körper spielt dieses Protein eine wichtige Rolle: Es fördert die Blutgerinnung und trägt damit zum schnellen Verschluss einer Wunde und zur Wundheilung bei.

Bei Patienten mit Durchblutungsstörungen kann dieser Mechanismus zu Problemen führen. Denn die Blutplättchen verbinden sich dadurch miteinander und können sich an die Wände der Blutgefäße heften. Abciximab verhindert das Andocken des Proteins, indem es selbst an die Glykoprotein IIb/IIIa-Rezeptoren andockt und die Blutgerinnung für einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden verhindert. Aufgrund dieser Wirkungsweise gilt Abciximab als Antagonist.

Dabei handelt es sich um Substanzen, die selbst keine pharmakologische Wirkung haben. Durch ihr Vorhandensein hemmen sie andere Stoffe jedoch in der Entfaltung ihrer Wirkung. Wird Abciximab intravenös verabreicht, bindet es sich innerhalb von zehn bis 30 Minuten an die Blutplättchen. Der Wirkstoff zählt damit zu den schnell wirkenden Präparaten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Bei Abciximab handelt es sich um einen Wirkstoff, der primär bei chirurgischen Eingriffen am Herzen verwendet wird.

In der Herzchirurgie wird Abciximab bei Eingriffen verwendet, in welchen krankhaft verengte Arterien geweitet werden sollen. Das kann durch eine Ballondilatation oder durch eine Atherektonomie geschehen. Hier wird ein Ballon beziehungsweise ein Katheder in die Arterie eingeführt.

Abciximab wird verabreicht, um zu verhindern, dass sich die Blutplättchen am Fremdkörper anlagern und dadurch zur Verstopfung der Arterie führen können. Verabreicht wird Abciximab über mindestens zwölfstündige Infusionen. Deshalb wird das Präparat ausschließlich in Kliniken verwendet. Häufig erfolgt die Abciximab-Gabe in Kombination mit anderen Präparaten, die den Effekt unterstützen. Bewährte Kombinationen sind Abciximab in Verbindung mit Heparin oder Acetylsalicylsäure.

Vorbeugend wird Abciximab bei Patienten eingesetzt, die unter Angina pectoris leiden und nicht anderweitig therapierbar sind. Die Patienten verspüren anfallsartig Schmerzen in der Brust. Auslöser sind Durchblutungsstörungen, die durch Engstellen in Herzkranzgefäßen ausgelöst werden. Entstanden sind die Engstellen durch Ablagerungen an den Blutgefäßen. Abciximab soll das Risiko vermindern, dass sich diese Ablagerungen lösen und eine Arterie komplett verstopfen. verwendet wird das Präparat in der Herzinfarkt-Vorsorge, wenn die Betroffenen auf keine andere Therapie ansprechen.

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Risiken & Nebenwirkungen

Weil Abciximab die Blutgerinnung unterbindet, darf das Präparat keinesfalls an Patienten mit inneren Blutungen verabreicht werden. Innerhalb der ersten 36 Stunden nach Therapiebeginn treten häufig Blutungen auf.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Schmerzen in Brust und Rücken, ein langsamerer Herzschlag, Fieber sowie eine Reduzierung der Zahl roter Blutkörperchen auf. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen, Blutungen in der Lunge, Funktionsbeeinträchtigungen der Lunge oder zu einem Eintritt von Flüssigkeiten in den Herzbeutel kommen.

Während der Schwangerschaft sollte das Präparat nur verabreicht werden, wenn dies unumgänglich ist. Es ist noch nicht bekannt, ob und wie sich der Wirkstoff auf das ungeborene Kind auswirkt.

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