A-Punkt

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Der A-Punkt ist eine erogene Zone der Frau, die zwischen G-Punkt und Gebärmutterhals liegen soll. Seine Existenz ist bislang nicht wissenschaftlich belegt und gilt als reine Hypothese. Die Stimulation des A-Punkts soll sowohl multiple Orgasmen ermöglichen, als auch Scheidentrockenheit vorbeugen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der A-Punkt?

Chua Chee Ann beschrieb auf dem Asian Congress of Sexology im Jahr 2003 erstmals die sogenannte Anterior Fornix Erogenous Zone. Bei dieser Zone soll es sich um eine erogene Zone im Vaginalbereich von Frauen handeln, die besonders empfänglich für Stimulationen aller Art ist.

Die Zone wird als A-Punkt abgekürzt und ist nach der Ansicht des erstbeschreibenden Gynäkologen Ann wesentlich reizempfindlicher als der viel diskutierte G-Punkt. Wie der G-Punkt bleibt auch der A-Punkt bisher ein Mythos. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu der Hypothese existieren nur verschwindend wenige. Nichtsdestotrotz gibt der malaysische Gynäkologe Ann an, dass rund ein Drittel aller Frauen durch eine Stimulation des A-Punkts zu multiplen Orgasmen gelangt.

Die Hypothesen zum A-Punkt überschneiden sich nicht nur mit denen zum G-Punkt, sondern auch mit dem U-Punkt: einem etwas größeren Bereich an der Harnröhrenmündung. Bisher ist die Klitoris, also der sogenannte C-Punkt, die einzig errogene Zone im weiblichen Vaginalbereich, die als wissenschaftlich belegt gilt.

Anatomie & Aufbau

Der A-Punkt soll laut dem selbsternannten Entdecker und Gynäkologen Chua Chee Ann einen verschwindend kleinen Bereich in der Vaginalwand jeder Frau ausmachen. Laut Ann liegt die errogene Zone genauer gesagt in der Scheidenvorderwand und ist etwa im den Bereich zwischen G-Punkt und Gebärmutterhals zu finden.

Da es sich beim A-Punkt laut Ann um eine noch sensibler Zone handelt als beim G-Punkt, liegt ein hoher Grad an sensibler Innervation in Zusammenhang mit der anatomischen Struktur nahe. Wahrscheinlich befinden sich zahlreiche Nervenendkörperchen oder Vater-Pacini-Körperchen in dem Bereich, die für mechanische Stimulation empfänglich sind. Darüber hinaus ist der A-Punkt vermutlich offenbar mit der Glandula vestibularis major verbunden. Dabei handelt es sich um die große Scheidenvorhofdrüse, die durch die Stimulation des Punkts zur Sekretion angeregt wird.

Die Drüse sekretiert bei sexueller Erregung aller Art über einen Reflexbogen. Die Ausführungsgänge führen in den Scheidenvorhof und sorgen dafür, dass die weibliche Vagina feucht wird. Auch der Zusammenhang zwischen A-Punkt und der Drüse ist vermutlich als reflektorischer Zusammenhang zu verstehen.

Funktion & Aufgaben

Die Aufgabe des A-Punkts gleicht der Funktion vom sagenumwobenen G-Punkt oder der der wissenschaftlich belegten Klitoris. Bei allen davon handelt es sich um erogene Zonen, deren Stimulation den weiblichen Orgasmus und damit ein Entspannungserlebnis während des Geschlechtsverkehrs begünstigt. Nicht nur der Orgasmus des Mannes hat einen evolutionsbiologischen Sinn. Auch der der Frau ist evolutionsbiologisch relevant.

Durch den Orgasmus entsteht ein positive Erleben des Fortpflanzungsakts, das zur Wiederholung einlädt. Dieses positive Erleben gewährleistet aus evolutionsbiologischer Sicht im weitesten Sinne den menschlichen Arterhalt. Zonen wie der A-, G- oder C-Punkt sorgen über reflektorische Verbindungen außerdem dafür, dass die Frau beim Geschlechtsverkehr nicht etwa Schmerzen empfindet, wie sie durch die Reibung des männlichen Penis in einer zu trockenen Scheide ausgelöst werden können. Dass der weibliche Vaginalraum bei Stimulation der errogenen Zonen "feucht" wird, beugt etwaigen Reibungsschmerzen vor. Die Sekretion von gleitwirksamer Flüssigkeit ist zwar nicht die Aufgabe von A-Punkt und Co., aber steht damit doch in Zusammenhang.

Die Sekretion durch die Drüsen wird nämlich durch Erregung stimuliert. Die Hauptfunktion des A-Punkts wird vom Entdecker Chua Chee Ann mit dem lustvollen Erleben der Intimität assoziiert. Dieses lustvolle Leben erhöht nachweislich das Erregungsniveau im zentralen Nervensystem. Die Leistungsfähigkeit einer Person steigt in direktem Zusammenhang mit diesem Erregungsniveau. Reize werden so noch intensiver empfunden, was unter Umständen mit den multiplen Orgasmen in Zusammenhang steht, die Chua Chee Ann bei einer Stimulation des A-Punkts beschreibt.

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Krankheiten

Der Erstbeschreiber Chua Chee Ann verweist auf die Relevanz, die dem A-Punkt in Zusammenhang mit Scheidentrockenheit zukommt. Extreme Scheidentrockenheit kann ein altersphysiologisches Problem sein. So leiden zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren häufig an extremer Trockenheit.

Dasselbe gilt für Frauen in der Stillzeit oder Patientinnen von Eierstockoperationen. Auch psychische Probleme und bestimmte Medikamente können Scheidentrockenheit hervorrufen. Typische Symptome des Phänomens sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die von einem Brennen oder von Juckreiz im Intimbereich begleitet werden. Brennen kann auch beim Wasserlassen auftreten. Nach dem Geschlechtsverkehr leiden viele Patientinnen des Phänomens an leichten Blutungen. Der Gebärmutterhals und die Scheidenschleimhaut sekretieren bei einer Scheidentrockenheit nicht genügend Fluor genitalis.

Dieses milchige Sekret hält nicht nur die Scheide feucht, sondern schützt den Intimbereich der Frau auch vor Krankheitserregern. Die Scheidenflüssigkeit steht darüber hinaus mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Zusammenhang. Wird zu wenig Östrogen produziert, wird nicht ausreichend Sekret gebildet. Wegen dieses Zusammenhangs steigt die Prävalenz für Scheidentrockenheit zum Beispiel in den Wechseljahren. Das Phänomen kann zahlreiche Folgeerkrankungen und psychische Probleme begünstigen. Zu den wichtigsten Folgeerkrankungen zählt die bakterielle oder pilzartige Besiedlung des Intimbereichs.

Meist entstehen zudem psychische Probleme, da die Patientin den Sexualakt fortan als unangenehm empfindet und dieser Umstand die Partnerschaft belastet. Da die Stimulation des A-Punkts mit einer hohen Sekretion der Drüsen verbunden sein soll, kann der A-Punkt Scheidentrockenheiten unter Umständen verbessern und Folgeerkrankungen vorbeugen.

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