5-Fluorouracil

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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5-Fluorouracil ist ein Zytostatikum, das in der Humanmedizin eingesetzt wird. Der Einsatz erfolgt im Rahmen einer ganzheitlichen Chemotherapie unter medizinischer Überwachung, um sogenannte maligne („bösartige“) Tumore an verschiedenen Körperstellen zu therapieren. Aufgrund der starken Nebenwirkungen besteht innerhalb der Europäischen Union eine strenge Apotheken- und Verschreibungspflicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist 5-Fluorouracil?

Der medizinische Wirkstoff 5-Fluorouracil (kurz: 5-FU) wird häufig auch Fluorouracil (kurz: INN) genannt. Beide Bezeichnungen stehen für eine heterocyclische organische Verbindung, die auf einer Pyrimidinbasis aufbaut. Der Wirkstoff hemmt das Wachstum von Zellen und wird deshalb zur Arzneigruppe der Zytostatika gezählt. 5-Fluorouracil wird somit im Rahmen einer ganzheitlichen Chemotherapie verabreicht, um bösartige (maligne) Tumore zu behandeln.

Üblicherweise wird 5-Fluorouracil angewandt, um Brustkrebs oder ein kolorektales Karzinom bzw. Tumore des Magen-Darm-Trakts zu behandeln. Ferner ist in geringerer Dosierung der Einsatz zur Therapie von Warzen denkbar. In diesen Fällen wird der Wirkstoff zu einer Creme verarbeitet, die zur äußerlichen Anwendung gedacht ist.

5-FU wird seit den 1960er Jahren international vertrieben und vom amerikanischen Chemiker Charles Heidelberger entwickelt. In der Chemie und Pharmazie wird die Substanz durch die Summenformel C 4 – H 3 – F – N 2 – O 2 beschrieben, was einer moralen Masse von ca. 130,08 g/mol entspricht. Bei Raumtemperatur liegt 5-FU als weißes Pulver vor. Es ist wasserlöslich und kann so zu einer Infusionslösung verarbeitet werden.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Bei 5-Fluorouracil handelt es sich um einen Vertreter der Wirkstoffklasse der sogenannten Antimetabolite. Hierunter werden chemische Verbindungen verstanden, die den Metabolisierungsprozess natürlicher Metabolite hemmen und deshalb inhibierend auf die physiologischen Vorgänge des Körpers einwirken.

Bei chemischer Betrachtung ähnelt 5-Fluorouracil wegen seiner strukturellen Vergleichbarkeit mit der Pyrimidinbase Uracil außerdem den Pyrimidinanaloga. Unter diesen Begriff lassen sich diverse Arzneistoffe subsumieren, die von der organischen Verbindung Pyrimidin abgeleitet wurden.

5-Fluorouracil hemmt Thymidilat, ein essentielles Enzym der Pyrimidinbiosynthese. Hierdurch wird die Umwandlung von dUMP (Desoxyuridinmonophosphat) in dTMP (Desoxythymidinmonophosphat) verhindert, was wiederum zu einer Inhibition des Zellwachstums führt. Auf diesem Wege gelingt es 5-Fluorouracil insbesondere Zellen mit hoher Teilungsrate an der Vermehrung zu hindern.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Eine Indikation von 5-Fluorouracil besteht sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Präparaten. Die Verabreichung mit dem Arzneistoff Folinsäure hat sich bewährt, um die zytotoxische Wirkung von 5-FU noch einmal zu verstärken (sogenanntes FOLFIRI- oder FOLFOX-Schema).

Generell gilt 5-Fluorouracil als hochwirksamer Arzneistoff, der ein breites Wirksamkeitsspektrum aufweist. Deshalb ist das potenzielle Anwendungsgebiet besonders groß. Eine Vergabe von 5-Fluorouracil ist insbesondere bei diversen Tumorerkrankungen angezeigt. Vor allem maligne Tumore des Gastrointestinaltrakts (Magen-Darm-Trakt) wie ein kolorektales Karzinom, ein Analkarzinom oder ein Ösophaguskarzinom können behandelt werden.

Darüber hinaus besteht auch eine Indikation zur Therapie von malignen Tumoren im Kopf- und Halsbereich (Plattenepithelkarzinome). Häufig wird 5-FU auch im Rahmen einer Chemotherapie zur Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom) eingesetzt.

Sofern 5-Fluorouracil zur Behandlung von Karzinomen zum Einsatz kommt, erfolgt die Vergabe intravenös im Rahmen einer Chemotherapie. Das Medikament selbst wird ausschließlich an Ärzte ausgegeben und als Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung vertrieben. Es besteht innerhalb der Europäischen Union eine strenge Verschreibungs- und Apothekenpflicht, sodass der selbständige Erwerb durch den Patienten ausgeschlossen ist.

Neben der Krebstherapie wird 5-FU in abgeschwächter Konzentration auch in Cremes verarbeitet, die zur topischen Behandlung von Warzen bestimmt sind.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da es sich bei 5-FU um ein hochwirksames Zytostatikum handelt, bestehen zahlreiche Risiken und Nebenwirkungen. Auch sind immense Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen zu beachten. Die Anwendung von 5-Fluorouracil hat gänzlich zu unterbleiben, wenn eine Kontraindikation besteht. Das ist immer dann der Fall, wenn Umstände vorliegen, die zu unüberschaubaren Risiken führen würden und deshalb eine Behandlung mit dem Wirkstoff aus medizinischer Sicht unvernünftig erscheinen lassen (Gegenanzeige). Derartige Umstände bestehen u, a,, wenn Unverträglichkeiten oder Allergien bekannt sind.

Darüber hinaus ist 5-Fluorouracil kontraindiziert, wenn schwere Veränderungen des Blutbildes auftreten, Störungen der Knochenmarkfunktion oder der Blutbildung vorliegen. Auch Patienten die an akuten Infektionen oder schweren Leberfunktionsstörungen leiden, dürfen 5-FU nicht einnehmen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit kann 5-Fluorouracil zu erheblichen Missbildungen führen, weswegen jeglicher Kontakt mit der Substanz unterbleiben sollte.

Zu den üblichen unerwünschten Nebenwirkungen, die während oder kurz nach der Einnahme von 5-Fluorouracil auftreten können, zählen vor allem Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Diese äußern sich durch starke Übelkeit, Diarrhoe (Durchfall), Erbrechen oder Mukositis. Darüber hinaus sind auch Störungen des Blutbildungssystems denkbar. Vor allem Knochenmarksdepressionen können auf die Einnahme von 5-Fluorouracil zurückgeführt werden. In einigen Fällen kann es nach der Einnahme auch zur Entwicklung eines Hand-Fuß-Syndroms kommen.

Das Ausmaß der jeweiligen Nebenwirkungen hängt vom Einzelfall ab. Insbesondere die jeweils verabreichte Dosis ist für die Intensität der Beschwerden wesentlich.

Wechselwirkungen sind vor allem mit diversen Virostatika denkbar. Der Wirkstoff Brivudin (Zostex) kann zu schweren Wechselwirkungen führen. Selbiges ist der Fall bei gleichzeitiger Einnahme von 5-FU Prodrugs wie etwa Capecitabin. Es sollte ein Sicherheitsabstand zwischen den Einnahmen von mindestens vier Wochen eingehalten werden.

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