10 Tipps gegen Schwitzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Schwitzen ist ein normaler Vorgang und dient in der Regel dem thermischen Ausgleich. Mit der Schweißabsonderung wird der physikalische Effekt der Verdunstungskälte effektiv genutzt, um über die Haut überschüssige Wärme abzuführen. Darüber hinaus kann der Schweiß an besonderen Körperstellen wie den Achselhöhlen und den Geschlechtsregionen Pheromone und Hormone enthalten, die ursprünglich der Mitteilung von Gemütszuständen dienten. Es gibt ein paar einfache Tipps, um dem Schwitzen entgegenzuwirken.

Inhaltsverzeichnis

Wenn schwitzen zum Problem wird

Schweißdrüsen sorgen dafür, dass der Mensch schwitzt. Die Haut besitzt rund zwei Millionen Schweißdrüsen, welche auf der gesamten Körperoberfläche verteilt sind. Des Weiteren bildet der Schweiß eine Art Säureschutzmantel; somit können etwaige Krankheitserreger abgewehrt werden. Nur die männliche Eichel und die Lippen weisen keine Schweißdrüsen auf.

Die höchste Konzentration an Schweißdrüsen ist an den Handtellern, der Stirn und den Fußsohlen vorhanden. Bei der Schweißproduktion unterscheidet man zwischen einem nervösen und einem thermoregulatorischen Schwitzen. Beim thermoregulatorischen Schwitzen liegt eine erhöhte Körpertemperatur und in weiterer Folge eine erhöhte Bluttemperatur vor. Nervöses Schwitzen wird hingegen durch Emotionen ausgelöst.

Wenn starkes Schwitzen nicht der Thermoregulation dient, sondern emotionalen Zuständen wie Angst, Schüchternheit, Lampenfieber oder allgemeiner Nervosität zuzuschreiben ist, kann das für die Betroffenen zu einem Problem werden.

Sie fürchten, in Meetings oder in der Öffentlichkeit ihr Achselnässen nicht mehr unter Kontrolle zu haben, was das Problem weiter verstärkt. Wenn keine organischen Fehlfunktionen oder Krankheiten als Verursacher festgestellt werden können, wird die übermäßige Schweißbildung als primäre Hyperhidrose bezeichnet. Es gibt verschiedene Mittel, um das Schwitzen in den Griff zu bekommen.

10 Tipps gegen hartnäckige Schweißproduktion

Es existieren viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Eindämmung des Problems. Sie reichen von sogenannten „Deos“ über Entspannungstechniken, Botulinum-Toxin bis hin zur operativen Schweißdrüsenentfernung und werden im Folgenden kurz vorgestellt:

  • Desodoranzien (Deodorants) sind Körperpflegemittel, die als Spray oder Roller hauptsächlich für die Anwendung im Achselbereich konzipiert sind. Sie überdecken unangenehmen Schweißgeruch mit Duftstoffen. Darüber hinaus wirken sie antibakteriell, um die unangenehme Geruchsbildung zu unterbinden.
  • Antiperspiranzien enthalten meist Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsengänge verengen, um so die Schweißabsonderung zu hemmen. Die Mittel können mit verschreibungspflichtigen Anticholinergika kombiniert werden, die die Wirkung des Neurotransmitters Acetylcholin hemmt. Hierdurch kommt es unter anderem zu einer verminderten Schweißproduktion.
  • Häufig wird die Hyperhidrose durch Übergewicht verursacht und begünstigt. Eine Gewichtsreduktion hilft in diesen Fällen, das Problem der übermäßigen Schweißproduktion verbessern.
  • Ein übermäßiger Genuss und Konsum von Kaffee, Alkohol und Zigaretten kann ebenfalls verstärkte Schweißabsonderung – besonders in den Achselhöhlen – auslösen, so dass in vielen Fällen eine Reduktion der Genussmittel auch das Problem der Hyperhidrose verbessert.
  • Grundsätzlich wird Betroffenen geraten, atmungsaktive Kleidung zu tragen, damit die Feuchtigkeit möglichst schnell nach außen abgeführt werden kann. Das verstärkt auch den Effekt der Verdunstungskälte, die in Form einer Rückkopplung dämpfend auf die Schweißproduktion wirkt.

Synthetische Kleidungsstücke sollten vermieden werden. Des Weiteren ist es ratsam, wenn auf die Außentemperaturen geachtet und keine übermäßig warme Kleidung angezogen wird, wenn der Betroffene übermäßig stark beziehungsweise leicht schwitzt.

  • Für Menschen mit hohem wiederkehrendem Stresslevel versprechen professionelle Entspannungstechniken eine Linderung der Symptome. Mediation oder regelmäßige Yogaübungen sind eine gute Möglichkeit, sich kleine Ruhezeiten im Alltag zu nehmen.
  • Bäder mit Gerbstoffen oder Salben, die Gerbstoffe enthalten sollen in der Lage sein, die Schweißproduktion einzudämmen. Das gilt vor allem für die Reduzierung von Fußschweiß.
  • Ärzte, die sich auf Behandlungen mit Botulinum-Toxin (Botox) spezialisiert haben, bieten entsprechende Spritzenbehandlungen zur Behandlung der Hyperhidrose an. Das Gift wirkt lokal und lähmt für eine bestimmte Zeit die motorischen Nerven.
  • Auch Gleichstrombehandlungen (Iontophorese) mittels Wasserbad, die besonders gut für die Behandlung von Fußschweiß geeignet sind, werden angeboten. Behandlungen müssen mehrfach wiederholt werden und erstrecken sich über einen gewissen Zeitraum. Geräte für den Heimgebrauch stehen ebenfalls zur Verfügung.
  • In schwierigen und sehr hartnäckigen Fällen können Schweißdrüsen in der Achselhöhle auch operativ entfernt und ausgeschabt werden. Es handelt sich dabei um einen irreversiblen Vorgang, bei dem Nutzen und Risiken gut abgewogen werden sollten.

Hormonstörungen als Auslöser

Hormonstörungen oder hormonelle Umstellungen kommen ebenfalls als Verursacher übermäßiger Schweißbildung in Betracht. Bei pubertierenden Teenagern kann die Phase der hormonellen Umstellung von starker Schweißbildung begleitet sein. Ebenso leiden viele Frauen bei der hormonellen Umstellung während der Menopause unter Hyperhidrose. In vielen Fällen wird die krankhafte Schweißbildung durch eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht.

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Warum Sie nicht verzweifeln sollten

Wie oben ausgeführt, gibt es abgestufte Maßnahmen und Therapien, um einer unangenehmen Hyperhidrose wirkungsvoll zu begegnen. Empfehlenswert ist es, zunächst mit Behandlungsmöglichkeiten zu beginnen, die reversibel sind. Behandlungsmethoden, die irreversibel sind wie die operative Entfernung der Schweißdrüsen, sollten erst nach gründlicher Abwägung der Vor- und Nachteile gewählt werden.

Übermäßiges Schwitzen ist im sozialen Bereich belastend. Viele Betroffene neigen dazu, sich von anderen Menschen zurückzuziehen und werden depressiv. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um das Leiden zu beheben.

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